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Eine Reise nach Berlin mit einem Abstecher in den Spreewald

Am 2. Juni 2018 um 8.00 Uhr starten 45 Rentner mit den Reisebegleitern Herrn Breitenbach und Frau Siebeneicher, unserem Busfahrer der Firma Samstag, einem Rollstuhl und einem Rollator in Richtung Berlin. Vor uns liegen 560 km. Die Fahrt verläuft sehr gut mit 2 Stopps erreichen wir um 16.00 Uhr unser Hotel Maritim Hotel Berlin. Das Hotel ist vor ca. 20 Jahren gebaut. Im Stil der 20er Jahre. Es ist luxuriös eingerichtet. Die Lage ist sehr ruhig im Botschaftsviertel in der Nähe des Tiergartens. Dem Hotel gegenüber ist die Gedenkstätte Deutscher Wiederstand. Hier wurde nach einem Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 in derselben Nacht Graf von Staufenberg mit noch 3 anderen Personen erschossen. Heute ist es die Gedenkstätte Deutscher Wiederstand, ein Denkmal und eine Bildungsstätte zur Erinnerung an den gesamten deutschen Wiederstand gegen den Natio- nalismus. Seit 1993 hat gleich daneben das Bundesverteidigungsministerium seinen zweiten Dienstsitz. Früher Bendlerblock, heute verläuft hier die Staufenbergstraße.

Nach einem sehr guten reichhaltigen Frühstücksbüfett beginnt unser 2. Tag in Berlin. Um 9.00 Uhr stellt sich unser Stadtführer vor. Es ist ein pensionierter Beamter, der in Berlin geboren ist und sich sehr gut in der Stadt auskennt. Er begleitet uns während des gesamten Aufenhaltes. Die erste Stadtrundfahrt kann wie geplant nicht stattfinden, da ein Politiker aus Israel unsere Kanzlerin besucht und die Hälfte der Stadt gesperrt ist. Zu Wasser, in der Luft und auf der Straße. Wir fahren in die Außenbezirke von Berlin. Die Tour endet an der Spree am Tränenpalast. Es ist die umgangs- sprachliche Bezeichnung im Berliner Volksmund für die ehemalige Ausreisehalle der Grenzüber- gangsstelle Bahnhof Friedrichstraße in der zwischen 1961 und 1989 geteilten Stadt Berlin. Heute ist dort eine Ausstellung zum Ort der deutschen Teilung. Um 12.30 Uhr stand eine 2,5 stündige Schifffahrt -City Tour- auf dem Programm. Am Reichstagsufer Friedrichstraße stand unser Boot bereit. Der Einstieg war für einige schon beschwerlich. Es haben aber alle geschafft. Wir fuhren am Kanzleramt, am Reichstagsufer, am Bahnhof, an der Museumsinsel und am Schloss Bellevue im Berliner Tiergarten vorbei. Einige der Brücken, die wir unterfuhren, waren sehr niedrig. Auf dem Oberdeck wurden alle aufgefordert auf ihren Stühlen Platz zunehmen. Es waren viele, viele schöne Eindrücke vom Wasser auf Berlin. Nach der sehr eindrucksvollen City Tour stand der Bus bereit und brachte uns in unser Hotel zurück. Hier freuten wir uns schon wieder auf das umfangreiche sehr gute Büfett. Die Desserts waren von allen sehr begehrt.

Am 3. Tag starteten wir wieder um 9.00 Uhr zu einer Stadtrundfahrt durch Berlin Ost. Unser Stadtführer hat sehr gut und viel erklärt. Uns viel immer wieder auf, dass Berlin sehr viel Grün hat, an den Straßen standen viele Bäume und in der gesamten City gibt es sehr, sehr viele Radfahrer. Um 13.00 Uhr stand eine Besichtigung des Reichstags an. Nach Passkontrolle und Personenkontrolle (wie am Flughafen) fuhren wir mit dem Fahrstuhl hoch zur Kuppel. Oben angekommen, hatten wir einen herrlichen Blick über Berlin. Danach wurden wir in den Plenarsaal geführt. Eine Parlamentssitzung war an diesem Tag nicht. Auf der Zuschauertribüne platzgenommen, wurden wir von einem Besucherführer informiert: Am 4. Oktober 1990 nach der Wiedervereinigung trat das erste gesamtdeutsche Parlament zu seiner ersten Sitzung im Reichstagsgebäude zusammen. Am 20.Juni 1991 wurde im Bundestag beschlossen, das Reichstagsgebäude zum Sitz des Bundestages zu erheben. Es wurde auch die neue Kuppel errichtet. Im Mai 1999 wurde der neue Bundespräsident dort gewählt und im Sept. 1999 verlegte der Deutsche Bundestag seinen Sitz endgültig nach Berlin. Im Anschluss an diesen Vortrag gingen wir durch einige Gänge in einen Raum. Hier begrüßte uns der Herr Dr. Zimmermann SPD Kandidat in unserem Wahlkreis Main Taunus. Er berichtete über die Parlamentsarbeit. Es konnten auch Fragen gestellt werden. Danach wurden wir durch die Sicherheitsschleuse wieder aus dem Gebäude geleitet.

Am 4.Tag begann um 9.30 Uhr unsere Stadtrundfahrt Berlin West. Wir fuhren anschließend zu den Hackschen Höfen. Der Name stammt von dem Stadtkommandanten Hans Christoph Graf von Hacke. Er wurde von Friedrich dem Großen 1750 beauftragt die Freifläche bebauen zulassen. Die Hackeschen Höfe sind eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten mit ihrer Jugendstil-Fassade. Sie sind seit dem Mauerfall zum zentralen Anlaufpunkt der Berlin Besucher geworden. Die Höfe liegen im historischen Scheunenviertel in der Spandauer Vorstadt von Berlin Mitte. Sie bilden das größte geschlossene Hofareal Deutschlands und stehen seit 1972 unter Denkmalschutz. Eröffnet wurden die Höfe 1906 nach einigen Jahren Bauzeit. Geplant und gebaut wurden sie von dem Architekten Kurt Berndt, die Jugendstil-Fassade stammt von August Endell. Heute bieten die acht Hackeschen Höfe Raum für 40 Gewerbeunternehmen. Dazu gehören Kultureinrichtungen, ein Kino, Cafés, Shops und Wohnungen. Für einige kam am Abend der Höhepunkt unserer Reise. Es stand ein Besuch im Friedrichsstadtpalast an. Die Vorstellung lief unter dem Namen "The One Grand Show". Es ist das größte Revuetheater Europas. Der große Saal bietet bis zu 1.895 Sitzplätze. Die Dimensionen sind optisch überwältigend. Über 100 Künstler und Künstlerrinnen sind auf der größten Theaterbühne der Welt. Ein Produktionsbudget von über elf Millionen Euro, die aufwändigste Show in Europa.

Am 5. Tag führte es uns aus Berlin raus in den Spreewald nach Lübben ca. 85 km. Das weitverzweigte Fließsystem der Spree lädt dazu ein, per Kahn den Spreewald zu erkunden. Mit zwei Kähnen, die mit Tischen und Bänken ausgestattet waren, starteten wir in Lübben. Mit einer langen Stange wurde der Kahn gestakt. Der Kahnführer führte uns durch den Lübbener Hain, vorbei an der historischen Stadtmauer, Wallanlage und weiteren historischen Gebäuden bis hin zur Schlossinsel mit dem Schloss Lübben. Zwischendurch waren immer wieder Schleusen, die von Hand betätigt werden mussten. Nach 2 Std. unterbrachen wir unsere Fahrt zur Mittagspause in einer Gaststätte direkt am Wasser. Es gab ein sehr gutes Gulasch mit Rotkraut und Kartoffeln. Zurück ging es dann mit Motor an der Spree Lagune, ein Wasserwanderplatz, vorbei. Bei unserer Ankunft in Lübben stand der Fotograf am Ufer und wollte die gemachten Fotos vom Boot verkaufen.

Der 6. Tag unser Abreisetag. Die Heimfahrt geht pünktlich um 9.00 Uhr los. So gut wie die Anreise, verlief die Rückfahrt nicht. Wir hatten einige Staus. Der größte aber war um Frankfurt. Doch unser sehr guter Busfahrer, der in Berlin schon bewiesen hatte, dass er ruhig und gelassen alles meistern kann, war pünktlich um 18.00 Uhr, nach einer wunderschönen Berlinreise, wieder in Hofheim. Alle Teilnehmer sind wieder gesund angekommen. Ein ganz besonderer Dank gilt aber unserer Reisebegleitung Herrn Breitenbach und Frau Siebeneicher. Sie waren für alle Nöte und Sorgen da.

Traute Wollert

Berlin 2018

Das Brandenburger Tor

Am Pariser Platz steht das Brandenburger Tor, Wahrzeichen Berlins und Symbol für die Deutsche Einheit. Unter der Herrschaft von Friedrich Wilhelm II wurde das Brandenburger Tor von 1789-1793 errichtet und ist dem Torbauten der Athener Akropolis nachempfunden. 1793 wurde die Quadriga auf das Brandenburger Tor gesetzt. 1806 brachte Napoleon die Quadriga nach Paris. 1814 kehrte sie nach Berlin zurück. Seitdem blickt sie in Richtung Stadtmitte nach Osten. Mit dem Mauerbau 1961 stand das Brandenburger Tor auf dem Sperrgebiet und war für Berliner und Besucher nicht erreichbar. Nach dem Mauerfall am 22.Dezember 1989 feierten 100.000 Menschen die offizielle Öffnung des Brandenburger Tores. Heute wird das Tor vor allem als Symbol des freiheitlich-demokratischen, wiedervereinigten Deutschland angesehen.